Wie sieht’s denn hier aus?

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Im Juni 2010 wurden folgende Beiträge veröffentlicht.


Nantes

Neu­lich ist Ronald nach Nantes gefahren. Dort wurde »Birn­baum« im Rahmen einer Ver­an­stal­tung des Centre Cul­turel Franco-Allemand CCFA gezeigt, die zum Ziel hatte, alte und junge Men­schen näher zusam­men­zu­bringen. Da bot der Film natür­lich genü­gend Dis­kus­si­ons­stoff. Anschlie­ßend gab es eine Podi­ums­dis­kus­sion zum Thema »Die Dar­stel­lung des Alters im Film«. Hier und hier sind dazu zwei schöne Film­be­spre­chungen (auf Fran­zö­sisch) erschienen.

Leider konnte ich in Nantes nicht dabei sein, also hat Ronald mir Fotos mit­ge­bracht: Dieser rie­sige (näm­lich zwölf Meter hohe!) Maschinen-Elefant ist ver­mut­lich die beste Sehens­wür­dig­keit der ganzen Stadt. Er trottet dort ein­fach so über die Île de Nantes, und ab und zu trom­petet er auch mal und ver­sprüht mit seinem Rüssel eine Ladung Wasser …

Tja, nicht nur Jules Verne hätte da seine Freude dran gehabt …

PS: Sté­phan Mun­taner aus Mar­seille macht für die Machines de l’Île seit einigen Jahren ziem­lich coole Steampunk-Plakate. Früher war Mun­taner Teil der Desi­gner­gruppe Tous des K (jetzt C-Ktre). Inzwi­schen ist er in Frank­reich wohl schon so berühmt ist, dass er keine eigene Web­site mehr braucht … Hier findet man zumin­dest eine ganz gute Über­sicht, hier gibt es eines der Pla­kate auch zu kaufen.


Junirückblick: Wachstum


Perfekte Erdbeeren


Spoonflower & stoff’n

Mit Spoon­flower in North Caro­lina gibt es nun schon eine Weile lang eine sehr beliebte Online-Stoffdruckerei. Seit der Ankün­di­gung, dass ein ähnli­ches Modell – näm­lich stoff’n von Katja Locke – Anfang Juni 2010 auch in Deutsch­land startet, war ich sehr gespannt darauf und meine Hoff­nungen, nicht mehr so weit weg dru­cken lassen zu müssen, waren dem­ent­spre­chend hoch.

Susa von Susa­labim hat sich vor einigen Wochen bereits die Mühe gemacht, das Angebot von stoff’n mit dem von Spoon­flower zu ver­glei­chen und her­aus­ge­funden, dass trotz der räum­lich güns­ti­geren Lage von stoff’n, finan­ziell betrachtet zunächst einmal keine großen Unter­schiede zwi­schen beiden bestehen.

Wie sieht es denn mit den anderen Kri­te­rien aus? Ich wage einen kleinen Ver­gleich:


{meine Vor­lage}

Mein Pro­be­druck bei Spoon­flower liegt jetzt ziem­lich genau ein Jahr zurück. Als Vor­lage habe ich das Retro-Muster erstellt, das man oben sehen kann. Knapp drei Wochen nach der Bestel­lung kam mein Stoff hier an und ich bekam zuerst einmal einen Rie­sen­schreck. So hatte ich mir das nicht vor­ge­stellt. Obwohl ich die Daten kor­rekt ange­legt hatte, wurde mein Muster viel zu klein wie­der­ge­geben und dann auch noch auf einen mir uner­klär­li­chen hell­gelben Fond plat­ziert.


{Spoon­flower, Fehl­ver­such neben meinem Tin­ten­strahl­aus­druck}

Auf meine Nach­frage rea­gierte Spoon­flower prompt und zuver­lässig. Das fand ich toll, und nur des­wegen erwähne ich die ganze Sache hier über­haupt. Offenbar hatte es am ent­spre­chenden Tag Pro­bleme mit der Druck­soft­ware gegeben und ich bekam inner­halb von über­ra­schend kurzer Zeit einen neuen Druck zuge­sandt, der meinen Erwar­tungen recht gut ent­sprach. Aller­dings fiel dies anschei­nend zeit­lich mit einer Umstel­lung des Stoff­lie­fe­ranten zusammen, so dass die Baum­wolle, die ich nun erhielt, deut­lich dünner und feiner gewebt war. In der Zwi­schen­zeit hat Spoon­flower seine Stoff­aus­wahl aller­dings erwei­tert.

Pünkt­lich zum stoff’n-Start habe ich das gleiche Muster auch dort bestellt, und zwar auf zwei Stoff­qua­li­täten, näm­lich Baum­woll­satin und Jersey.


{stoff’n: links Baum­woll­satin, rechts Jersey}

Nach gut zwei Wochen sind die beiden Stoffe hier ein­ge­troffen. Der Baum­woll­satin hat eine wirk­lich tolle weiche Qua­lität. Den Jersey hin­gegen finde ich etwas zu dünn und »lab­berig« (ja, das Wort steht im Duden!). Dazu kommt, dass ein Druck mit scharfen Kanten darauf scheinbar nicht so ganz ein­fach ist.
Nebenbei bemerkt: Sehr gut gefällt mir, dass die Stof­fränder für wich­tige und prak­ti­sche Infos wie Wasch­an­lei­tungen genutzt werden.

Nun der direkte Ver­gleich:


{links Spoon­flower, rechts stoff’n}

Zu aller­erst fällt natür­lich auf, dass die Spoonflower-Farben deut­lich heller aus­fallen als die sehr kräf­tigen von stoff’n, wobei ich die hel­leren, weniger stark gesät­tigten in diesem Fall bevor­zuge. Beide Dru­cke­reien arbeiten im LAB-Farbraum, was zumin­dest für Nicht-Designer unge­wohnt sein dürfte (bei stoff‘n kann man seine Bilder der Ein­fach­heit halber aber trotzdem in RGB hoch­laden). Wie bei anderen Druck­ver­fahren auch, gibt es Farben, die man mit höherer Ver­läss­lich­keit wie­der­geben kann und solche, die ein Risiko dar­stellen. Spoon­flower hat ver­sucht, dem vor­zu­beugen und bietet dazu eine Farb­karte an. Wer bei der Farb­wie­der­gabe eine gewisse Sicher­heit möchte, dem emp­fehle ich unbe­dingt, diese Datei oder auch eine eigene Far­büber­sicht im Vor­feld als Test­druck zu bestellen. Das gilt genauso für stoff’n, wo es übri­gens eine kurze, aber gute Erklä­rung zu diesem Thema gibt.

Sehr positiv über­rascht bin ich bei beiden Dru­cke­reien davon, dass die Stoffe den Wasch­test (bei 30°) absolut ein­wand­frei über­standen haben. Keine Farbe ist ver­blasst – nichts! Bei anderen Stoffdruck-Anbietern, bei­spiels­weise von digi­talem T-Shirt-Druck, wird einem so etwas zwar ver­spro­chen, in der Regel aber nicht gehalten.

Fazit? Eine gene­relle Emp­feh­lung für den einen oder den anderen kann ich leider nicht aus­spre­chen. Ich werde von Fall zu Fall und Druck­motiv zu Druck­motiv ent­scheiden …

PS: Anissa von handmade2.0 hat auch schon ver­gli­chen.

PPS: Ein 20 × 20 cm großes Stück­chen dieses Motivs werde ich natür­lich für Jan­nohs Decke ver­wenden. Es ist das 100.! Bitte schickt mir keine Stoffe mehr (es sei denn, wir haben per­sön­lich etwas anderes ver­ein­bart).


Bai Jia Bei #41

Ronald spendet zwei Stücke Stoff, die ich aus seiner Grill­schürze her­aus­ge­schnitten habe ;)

Damit brauche ich jetzt nur noch 1 wei­teres Stoff­stück bis ich die 100 für Jan­nohs Decke zusam­men­habe; für das geplante recht­eckige Decken­format sind es aber eigent­lich noch 9, die mir fehlen …

PS: Dies ist übri­gens ein schöner Tipp für alle, die gerne eine ähnliche Decke nähen wollen, denen die ganze Sam­melei aber zu lang­wierig erscheint – Man schneide die nötigen Stoff­stücke ein­fach aus der Klei­dung von ver­schie­denen Fami­li­en­mit­glie­dern. (via)

13. Juni 2010

Bai Jia Bei #40

Diese beiden tollen Stoff­stücke habe ich von Ursula aus Au in der Nähe von Frei­burg bekommen. Die Fische sehen für mich wie guter alter Kar­tof­feldruck aus, aber ganz sicher bin ich mir da nicht. (Update: Es ist Moosgummi-Druck.)
Ganz beson­ders habe ich mich dar­über gefreut, dass Ursula mir auch etwas über die Her­kunft der Stoffe erzählt hat:

»Die Fische sind auf einen Ikea-Sommer-Bezugsstoff gedruckt, den ich für eine frü­here Woh­nung gekauft hatte. Vor circa 21 Jahren! Der andere Stoff ist unge­fähr genauso alt.«

Liebe Ursula, vielen herz­li­chen Dank!

Jetzt fehlen mir also nur noch 3 (eigent­lich aber 11 …) Stücke Stoff für Jan­nohs 100-gute-Wünsche-Decke. So langsam bekommt das Wört­chen »nur« an dieser Stelle auch seine Berech­ti­gung ;)
Wer noch mit­ma­chen möchte, muss sich beeilen – am 15. Juni höre ich näm­lich mit dem Sam­meln auf!

12. Juni 2010

Viva con Agua

{Fotos des OpenOhr-Festivals 2010 mit freund­li­cher Erlaubnis von Viva con Agua Mainz}

Viva con Agua ist ein inter­na­tional tätiger Verein mit Ursprung in Sankt Pauli, der sich darum bemüht, die Trink­was­ser­ver­sor­gung in Ent­wick­lungs­län­dern zu ver­bes­sern. Zu diesem Zweck werden viele ver­schie­dene, meist recht ein­falls­reiche Aktionen ver­an­staltet, so zum Bei­spiel das Sam­meln von Pfand­be­cher­spenden auf Musik­fes­ti­vals.

Wir haben für diese und ähnliche Anlässe eine Info­tafel gestaltet – grö­ßeres Bild hier.


Today I saw #2


Mein Bei­trag zu Jills »Today I saw«-Postcard-Swap ist unter­wegs zu Lori in Kanada. Alle anderen gibt’s bei Flickr.
Und hier könnt Ihr sehen, welche Karte ich bekomme …

My post­card for Jill’s »Today I Saw« post­card swap is now on its way to Lori in Canada. You’ll find all the other post­cards on Flickr.
And here you can
have a look at the dra­wing that Lori sent to me …


Bai Jia Bei #39

Der Brief­träger hat ein neues Stück Stoff gebracht, diesmal aus Ber­gisch Glad­bach: Michaela hat mir für Jan­nohs Decke einen sehr hübsch ver­packten Stoff mit Amsel­auf­druck geschickt. Vielen herz­li­chen Dank dafür.

Wer genau hin­schaut, sieht auf dem (selbst­ge­machten) Kle­be­band übri­gens die Lobster im Ein­satz! Schwer begeis­tert bin ich von dem kleinen blauen Kolibri-Meisen-Stempel – und der ist auch selbst­ge­macht!

Somit fehlen mir nur noch 5 (eigent­lich aber 13) Stücke Stoff für Jan­nohs Decke. Bis zum 15. Juni könnt Ihr mir noch beim Sam­meln helfen!

09. Juni 2010

Charlotte Perriand: der schönste Stuhl der Welt

Auf die Frage, wer denn den schönsten Stuhl der Welt ent­worfen hat, würden die meisten ver­mut­lich mit »Verner Panton!« ant­worten. Aber viel­leicht ist sein Stuhl auch ein­fach nur der bekann­teste.

Für mich ist diese Frage schon seit einiger Zeit geklärt. Mein schönster Stuhl der Welt wurde in den Sech­ziger Jahren für die fran­zö­si­sche Ski-Station Les Arcs ent­worfen. Das Design wird Char­lotte Per­riand (1903–1999) zuge­schrieben. Offenbar war wohl ein grö­ßeres Team für die Gesamt­ge­stal­tung des Resorts ver­ant­wort­lich, zu dem maß­geb­lich auch Le Cor­bu­sier gehörte.

Der Stuhl besteht aus Leder und Stahl. Es gibt ver­schie­dene Vari­anten, manchmal ist das Leder ein­ge­färbt, manchmal der Stahl schwarz, aber die »natur­be­las­sene« Ver­sion gefällt mir ein­deutig am besten. Wie man sich vor­stellen kann, sind diese Stühle heute recht selten zu finden und natür­lich auch nicht beson­ders günstig. Ich per­sön­lich finde es nicht wichtig, dass alle Stühle um einen Tisch herum die glei­chen sind; mir würde also schon ein ein­ziger davon genügen. Sollte da also zufällig so einer bei einem meiner Lesern im Keller rum­stehen, und er wird nicht gebraucht …

Mehr Infos über Char­lotte Per­riand.

(Zwei Blogs nur über Stühle: hier & hier)