Wie sieht’s denn hier aus?

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Unter »Bücher« wurden folgende Beiträge veröffentlicht.


Judith Schalansky ist Comburg-Stipendiatin

Schwäbisch Hall - Comburg

{Foto mit CC-Lizenz von Roger Wollstadt: flic.kr/p/5YZSsk — CC BY-SA 2.0}

Das Foto oben zeigt die Comburg vor den Toren Schwäbisch Halls, wie sie in den Sechzigern aussah. Heute sieht sie so aus.

Seit wenigen Jahren gibt es das Comburg-Literaturstipendium für Autoren, die »besonders intensive Beziehungen zu Orten aufbauen«. Sehr interessant fand ich, dass ich die diesjährige Preisträgerin vor allem als Gestalterin kannte: Judith Schalansky.

Für »Fraktur mon Amour« (2006) und ihren »Atlas der abgelegenen Inseln« (2009) erhielt sie in Designerkreisen viel Aufmerksamkeit. Aber auch das Schreiben wird offenbar ein immer wichtigerer Bestandteil ihrer Arbeit.

Wie auch immer, Judith Schalansky wird im Rahmen des Stipendiums den kommenden September auf der Comburg verbringen. Ich bin gespannt, was das so mit sich bringt.

Letzte Woche war sie zu Gast in der SWR-Sendung Literatur im Foyer, um ihr neues Buch »Der Hals der Giraffe« vorzustellen (kann man sich aktuell in der SWR-Mediathek ansehen).


Mitternachtskatze

Apropos: hier eines der Bücher, die ich als Kind sehr gemocht habe.

30. Januar 2012

Insel-Bücherei und Briefmarke in einem

Vor ein paar Tagen habe ich schon einmal etwas über die Insel-Bücherei geschrieben und kurz vorher hatte ich eine tolle Briefmarkensammlung erwähnt. Heute habe ich eine Briefmarke bekommen, die beides vereint: dieses wunderschöne Exemplar zum 125. Geburtstag des Dichters Rainer Maria Rilke im Jahre 2000 ist im Stil der Rizzi-Papiere der ersten Insel-Bücher gehalten und wurde entworfen von einer der »Großen« in Sachen Briefmarkengestaltung, Elisabeth von Janota-Bzowski.


Flohmarktfund: »Das kleine Blumenbuch«

Die Bücher der Insel-Bücherei mit ihren gemusterten Einbänden wirken auf Grafikdesigner wie mich ja sowieso schon geradezu magnetisch. Wenn einem auf dem Flohmarkt dann auch noch ein so schönes (und nützliches) Exemplar wie dieses in die Hände gerät, ist das natürlich ein Glücksfall: Das kleine Blumenbuch, Zeichnungen von Rudolf Koch, in Holz geschnit­ten von Fritz Kredel, erstmals erschienen 1933.

Wie, Rudolf Koch? Der, den man heute vor allem als Typografen und Schöpfer der Schrift Kabel kennt? Ja, genau :-)

Wer jetzt neidisch auf meinen Fund wurde, den kann ich beruhigen: eine Rarität ist das Büchlein überraschenderweise nicht – schaut mal. Sein »großer Bruder«, Das Blumenbuch von 1930, in dem die Zeichnungen zuerst erschienen waren, dagegen schon. Dafür habe ich schon Preise bis weit über 2.000 Euro gesehen (je nach Zustand natürlich) …

PS: Hier gibt es übrigens eine Art PDF-»Leseprobe«, allerdings aus einer neueren Ausgabe – die Bilder sind die gleichen, nur die Schrift ist eine andere.


Susanne Falk, »Das Wunder von Treviso« — Hörbuch zu verschenken

Wenn ich irgendwohin mit der Bahn fahre, schnappe ich mir gewöhnlich sofort die Mobil und lese die Buchvorstellung und das dazugehörige Autoren-Interview. Die Mobil-Redaktion ist da in der Auswahl äußerst treffsicher – dabei natürlich massenkompatibel – und ich gebe zu, sehr oft gehe ich danach kurzerhand in die nächste Bahnhofs­buchhandlung und kaufe mir das vorgestellte Buch. Und ich bin eigentlich noch nie enttäuscht worden. Einige der Bücher habe ich noch lange in guter Erinnerung.

Beim »Wunder von Treviso« war es etwas anders. Es wurde in der August-Ausgabe der Mobil vorgestellt. Der abgedruckte Anfang des Buches war unterhaltsam, die Autorin fand ich interessant, da sie ungefähr in meinem Alter ist, wahrscheinlich hätte ich das Buch aber nicht gekauft. Als nun allerdings kurze Zeit später das (auf 3 3/4 Stunden gekürzte) Hörbuch bei Blogg dein Buch angeboten wurde, dachte ich spontan, »Das probier ich mal aus!«.

 

Inhalt

In der Geschichte geht es um eine kleine, etwas zu ruhige Stadt in Nord­italien und deren kauzige Einwohner, die eine alte Marienstatue dazu bringen, rote Tränen zu weinen, um durch dieses »Wunder« mehr Beachtung zu erhalten.

Gesprochen wird das Buch von Dietmar Wunder, der seine Sache sehr gut macht. An keiner einzigen Stelle hatte ich den Eindruck, da liest jemand diesen Text zum ersten Mal (!), wie es mir bei anderen Hörbüchern schon manchmal erging.

Die Geschichte ist für mich eine Mischung aus Don Camillo, ein bisschen Asterix und Obelix und Villarriba und Villabajo aus der Spülmittel-Werbung. Die Handlung pläterschert vom ersten Moment bis zum Ende recht gleichmäßig und heiter, mit einem gewissen Tempo dahin. Konflikte werden zügig gelöst, bevor sie bedrohlich werden können. Es ist unter­haltsam, aber nicht fesselnd. Die Protagonisten sind sympathisch, ein kleines bisschen eigen, aber in ihnen schlummern keine tiefgründigen Geheimnisse, kurz: sie sind etwas »glatt«. Außerdem fehlte mir sehr eine Identifikationsfigur, mit der ich die Handlung hätte durchleben können. Sowohl Don Antonio als auch seine Schwester Maria beobachtet man eher als Außenstehender. Ab und zu gibt es aber Momente, in denen in einem kurzen, klaren Satz Wahrheiten / Lebensweisheiten aufblitzen – heruntergebrochen auf ganz simple Begebenheiten im Leben der Protagonisten; das gefiel mir ganz gut. Zum Beispiel an der Stelle, wo der Hintergrund des jahrelangen Streits zwischen Don Antonio und seiner Schwester erklärt wird.

Im Großen und Ganzen handelt es sich um eine gut konstruierte, gut erzählte, runde Geschichte. Das ist durchaus eine Leistung! Und wer ein Buch sucht, das einen nicht mit Haut und Haar für sich einnimmt und tagelang ans Sofa fesselt, sondern einfach mal zur Unterhaltung zwischen­durch, zur Überbrückung von Wartepausen oder für den Urlaub, dem kann ich das Hörbuch empfehlen. Inwieweit sich meine Meinung auf das eigentliche Buch (das ja gekürzt wurde – und ich weiß nicht, um wieviel) übertragen lässt, kann ich leider nicht sagen.

 

Cover

Das Cover zeigt in erster Linie eine gut gemachte Illustration, wie sie auf Buchtiteln und im Editorial-Bereich nun schon seit einiger Zeit in Mode sind, nicht außerordentlich originell, aber in Ordnung. Bei der Typo hat man sich offensichtlich um einen handgemachten Look bemüht (jeder einzelne Buchstabe ist anders), was sehr löblich ist, denn für solche Spielereien fehlen oft Wertschätzung und Zeit. Warum man aber dann hingegangen ist, zwei so unterschiedliche Schreibschriften zu verwenden (eine im Bunstift-Stil und verbunden, die andere saubere Vektorflächen und aus unersichtlichem Grund komplett unverbunden), statt eine stimmigere Gestaltung anzustreben, das ist mir ein Rätsel.

 

Wer nun neugierig auf das Buch wurde, kann mir einen Kommentar hinterlassen, denn ich würde mein Exemplar gerne weitergeben. Oder aber, Ihr bestellt es gleich hier (Verlag: Jumbo). Und wer noch unschlüssig ist, dem hilft vielleicht diese 17-minütige Hörprobe weiter.

Hat jemand das Buch gelesen (statt gehört)? Und – wie war’s?

26. August 2011

Veröffentlichung in japanischem Designbuch: »More Graphic Simplicity«

Kleines Vorschaubild: Visuelle Zeiten in »More Graphic Simplicity«

PIE Books ist ein Fachverlag für Designbücher aus Tokyo. Im Jahr 2008 hat er das Buch »Graphic Simplicity« herausgebracht. Darin geht es um folgendes Thema:

»Simplicity is an ultimate element in design, but it is also difficult for designers to reach the level of sophistication in this point of view.«

Das Buch war so erfolgreich, dass es nun einen Nachfolger gibt: »More Graphic Simplicity«. Wir haben uns riesig gefreut, als uns der Verlag Ende letzten Jahres kontaktierte und unsere Arbeiten für die Kita Ferschweiler darin vorstellen wollte. Nachdem der Tsunami im vergangenen März Teile der Papierfabriken zerstört und damit auch die Veröffentlichungspläne durcheinandergerüttelt hatte, ist es nun soweit – ab Ende September 2011 wird das knapp 200 Seiten dicke, über DIN-A4-große Hardcover-Buch in Deutschland erhältlich sein. Hier könnt Ihr es jetzt schon vorbestellen.

Our work for Kita Ferschweiler is featured in »More Graphic Simplicity« – a follow up to the successful design book »Graphic Simplicity« by Japanese publisher PIE Books, Tokyo.


Noch ein Fernsehtipp – X:enius »Katzen«

Dass ich eine Katzenfreundin bin, dürfte meinen Lesern wohl schon klar sein. Daher war es eine tolle Sache, dass wir mit Visuelle Zeiten am Filmschnitt der X:enius-Beiträge für die Sendung »Katzen: Vergöttert und verteufelt« beteiligt waren.

Sendetermine: Mittwoch, 20.07.2011 – 08:45 und 17:35 Uhr auf Arte.
Unser Auftraggeber war die AVE Gesellschaft für Fernsehproduktion.

PS: Auf dem Foto oben sieht man übrigens Molles besten Kumpel, unseren Nachbarskater.

PPS: Buchtipp zur Sendung – »Felidae« von Akif Pirinçci, ein Krimi, der unter Katzen spielt. Aber Achtung: Dies ist kein Kinderbuch! Etliche Menschen scheinen das zu glauben.

PPPS: Hier gibt es eine aktuelle Übersicht weiterer X:enius-Sendetermine.


Mein Taschenkalender 2010

Nachdem mir jahrelang — selbstverständlich — nicht anderes als ein Moleskine in die Tasche kam, habe ich für das kommende Jahr nun etwas noch viel besseres: Den »Carte Blanche«-Kalender, gedruckt mit lauter Sonderfarben, UV-Lack und sonstigen Besonderheiten, und gestaltet von Wehr & Weissweiler (die übrigens neuerdings auch ein Blog haben).

Carte-blanche

Eine kleine Collage von mir ist auch dabei :)

16. Dezember 2009

»Going West«

Realisiert von Andersen M Studio für den New Zealand Book Council, erinnert mich dieses Filmchen ein bisschen an die Animation für einen Londoner Buchverlag, die ich hier vor einiger Zeit schon mal erwähnt hatte … Nichtsdestotrotz ganz schön!
(via craftstylish)

PS: Das Buch, um das es geht, ist übrigens dieses hier von Maurice Gee.

01. Dezember 2009

Schmetterling

Vor einigen Jahren habe ich einmal bei einem Modernen Anti­quariat für einen Spottpreis ein Duden-Herkunftswörterbuch gekauft. Es ist bis heute eines der Nachschlagewerke, die mir am meisten Spaß machen und in denen ich gerne einfach mal so rumblättere …

Neulich bin ich auf der Suche nach etwas völlig anderem auf die Herkunft des Wortes Schmetterling gestoßen, und weil das so interessant ist, will ich das hier mal grob zusammenfassen …

»Schmetterling« ist erst im 18. Jahrhundert in der Schriftsprache aufgetaucht. Es geht vermutlich auf das tschechische Wort smetana zurück, das Sahne bedeutet (und auch auf Deutsch sagt man anscheinend in manchen Regionen Schmetten zu Sahne oder Schmand). Es ist nämlich so, dass man früher glaubte, Hexen würden sich in Schmetterlinge verwandeln, um so durch die Gegend zu fliegen und unerkannt Milch und Sahne zu stehlen. Auch heute noch gibt es einige mundartliche Wörter für Schmetterling, an denen man diesen Ursprung erkennt, wie zum Beispiel Molkendieb, und dann ja natürlich auch noch das englische butterfly …

Na, habt Ihr’s gewusst?


27. Oktober 2009