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Neulich ist Ronald nach Nantes gefahren. Dort wurde »Birnbaum« im Rahmen einer Veranstaltung des Centre Culturel Franco-Allemand CCFA gezeigt, die zum Ziel hatte, alte und junge Menschen näher zusammenzubringen. Da bot der Film natürlich genügend Diskussionsstoff. Anschließend gab es eine Podiumsdiskussion zum Thema »Die Darstellung des Alters im Film«. Hier und hier sind dazu zwei schöne Filmbesprechungen (auf Französisch) erschienen.
Leider konnte ich in Nantes nicht dabei sein, also hat Ronald mir Fotos mitgebracht: Dieser riesige (nämlich zwölf Meter hohe!) Maschinen-Elefant ist vermutlich die beste Sehenswürdigkeit der ganzen Stadt. Er trottet dort einfach so über die Île de Nantes, und ab und zu trompetet er auch mal und versprüht mit seinem Rüssel eine Ladung Wasser …

Tja, nicht nur Jules Verne hätte da seine Freude dran gehabt …
PS: Stéphan Muntaner aus Marseille macht für die Machines de l’Île seit einigen Jahren ziemlich coole Steampunk-Plakate. Früher war Muntaner Teil der Designergruppe Tous des K (jetzt C-Ktre). Inzwischen ist er in Frankreich wohl schon so berühmt ist, dass er keine eigene Website mehr braucht … Hier findet man zumindest eine ganz gute Übersicht, hier gibt es eines der Plakate auch zu kaufen.
Als ich noch zur Schule ging, habe ich (im Kunstunterricht!) mal eine Luftballonzerplatzmaschine gebaut. Man musste auf der einen Seite an einem Hebel drehen, und dann ist über eine leere Nähgarnspule ein Mechanismus in Gang gesetzt worden, der dazu geführt hat, dass irgendwo am anderen Ende eine Nadel in einen Luftballon stach.
Die Band OK Go aus Chicago ist für ihre spaßigen Musikvideo-Ideen ja längst bekannt. Jetzt haben sie zusammen mit Syyn Labs in hingebungsvoller Kleinarbeit an einer Konstruktion gebaut, die meine tolle Maschine von damals ziemlich blass aussehen ließe … (via)
Nachtrag, 5. März 2010: »Meet the makers« — ein kleines Interview über die Entstehung.
{70 Million by Hold Your Horses! from L’Ogre on Vimeo}
Hold Your Horses! ist eine sympathische Band aus Paris, die ich soeben über Spreeblick kennengelernt habe und die Ende Februar ein lustiges neues Video veröffentlicht hat. Darin werden quer durch die Kunstgeschichte mal eben alle Klassiker nachgestellt, die einem so einfallen. Die Idee mag vielleicht nicht ganz neu sein, aber selten hat mir sowas derart gute Laune bereitet. Und ein hübsches Lied ist »70 Million« ohnehin …
Wer nicht alle Kunstwerke zuordnen kann, dem wird hier bei Flickr geholfen, wo jemand freundlicherweise schon mal einen Spickzettel vorbereitet hat.

Liest hier jemand aus Marburg mit? Dann hätte ich da nämlich einen Veranstaltungstipp: Am nächsten Mittwoch, den 20. Januar 2010, startet dort im Kulturzentrum g-werk die monatliche Filmreihe KurzFilmSnack. Das Programm der Auftaktveranstaltung wird aus neun Kurzfilmen bestehen, die von der FBW (Filmbewertungsstelle Wiesbaden) mit dem Prädikat »wertvoll« oder »besonders wertvoll« ausgezeichnet wurden. Um 20 Uhr geht’s los und unser »Birnbaum« wird der Eröffnungsfilm sein. Dazu gibt es Tapas und Fingerfood …
Realisiert von Andersen M Studio für den New Zealand Book Council, erinnert mich dieses Filmchen ein bisschen an die Animation für einen Londoner Buchverlag, die ich hier vor einiger Zeit schon mal erwähnt hatte … Nichtsdestotrotz ganz schön!
(via craftstylish)
PS: Das Buch, um das es geht, ist übrigens dieses hier von Maurice Gee.
Zur Auflockerung mal etwas Unterhaltsames zwischendurch: Vor ein paar Tagen hat Malte Christensen aus Berlin auf seinem Blog kopfbunt ein nettes neues Musikvideo vorgestellt. Die Musik dazu stammt von Meeting of Important People, einer jungen Indie-/Rock-/Pop-Band aus Pittsburgh, Pennsylvania. Regisseur des Videos ist Thom Glunt aus Ohio. Das komplette Szenenbild ist Stunden über Stunden aus Pappkartons aufgebaut worden und große Teile sind in Stop-Motion-Animation entstanden. Hier:
{Meeting Of Important People / Brittney Lane from thomglunt on Vimeo}
{Lights and Water from James Adamson on Vimeo}
Guckt mal, wie schön! Gemacht hat’s James Adamson aus San Francisco. Und gefunden hab ich’s hier.
Da drückt das bald anstehende miese Wetter schon nicht mehr ganz so sehr auf die Stimmung …
Lyon ist schon die letzte Station unseres Sommerurlaubs, von der ich hier berichten werde. Die Stadt ist nach Paris und Marseille die drittgrößte Frankreichs und hat sogar einen eigenen Mini-Eiffelturm, Tour métallique de Fourvière genannt.
Eine tolle Sache, die ich so bisher nirgends gesehen hatte, sind die Traboules in den älteren Stadtvierteln von Lyon: Das sind schmale, oft tunnelartige Durchgänge von einer Straße zur anderen, die durch Treppenhäuser und Hinterhöfe führen, so dass man früher bei der engen Bebauung einerseits Platz gespart hat und andererseits Dinge (beispielsweise wertvolle Seide) geschützt und trocken transportieren konnte. Eigentlich handelt es sich dabei also um Passagen auf privaten Grundstücken, aber die meisten Bewohner sind so nett, dass sie Touristen (zeitweise) den Zutritt erlauben. Spannend ist, dass man oft gar nicht so genau weiß, ob man nun tatsächlich auf der gegenüberliegenden Straße oder durch irgendwelche Verzweigungen ganz woanders rauskommt.
Ansonsten gibt es in einer so großen Stadt natürlich noch jede Menge anderer Sehenswürdigkeiten (Parc de la Tête d’Or, direkt daneben die Cité Internationale von Renzo Piano, …). Was man sich auf jeden Fall noch ansehen sollte, ist das Museum der Brüder Lumière, welches sich selbstverständlicherweise in der Rue du Premier Film befindet.

In Lyon hatten wir eine sehr hübsche private Unterkunft bei einer netten Familie in Les États-Unis (interessantes Viertel mit vielen bemalten Hochhausfronten), die ich bei Bedarf gerne weiterempfehlen kann.

Von Nancy nach Lyon sind wir zum Teil über die Landstraße durchs schöne Burgund gefahren. Unterwegs gab es atemberaubende Landschaft zu bewundern, und an wirklich jeder Straßenecke steht irgendein Schlösslein rum … Man fährt durch so bekannte Orte wie Cluny, Taizé und Belleville — wobei es zugegebenermaßen etwas fraglich ist, ob es sich bei letzterem wirklich um das Vorbild für den großartigen Animationsfilm von Sylvain Chomet handelt … ;)
Wer »Das große Rennen von Belleville« nicht gesehen hat, sollte dies übrigens unbedingt nachholen. Hier ein kleines Musikvideo mit Filmausschnitten … Ist das nicht nett, wie -M- hier (nachträglich) einfach mit hineingezeichnet wurde?
Eigentlich bin ich kein großer David-Lynch-Fan. Das einzige, was ich von ihm bisher wirklich gerne mochte, ist — bezeichnenderweise — »The Straight Story« von 1999. Gerade deswegen war ich sehr gespannt auf den heutigen Start von »Interview Project« (auf das ich via bigod.net aufmerksam wurde): Lynchs Team ist dafür 20.000 Meilen durch Amerika gefahren und hat unterwegs auf den Straßen 121 Leute um ein Interview gebeten. Die Fragen, um die es geht, sind (in hübscher Max-Frisch-Manier) keine geringeren als:
»How would you describe yourself? What is the most important thing to you? What are you most proud of? Do you have any regrets? When did you first experience death? How would you like to be remembered?«
Ab heute wird also ein Jahr lang alle drei Tage wird ein weiterer kurzer Film veröffentlicht. Die Idee dazu stammt wohl übrigens von Lynchs Sohn Austin. Durchaus interessant!
2. Juni 2009: Nachschlag gefällig? Der französische Fotojournalist Yann Arthus-Bertrand, den man vor allem von »La terre vue du ciel« (»Die Erde von oben«) kennt, hatte 2003 schon eine ganz ähnliche Idee. Aus filmischer Sicht mag sein Projekt »Six milliards d’Aures«, das sich im Wesentlichen mit den gleichen Fragen beschäftigt, zwar weit weniger reizvoll sein, aus journalistischer dafür aber um so mehr. Es ist weltweit angelegt, mit 5.000 Interviews aus 75 Ländern, und jeder kann das Projekt auch noch selbst fortführen, indem er seine eigenen Antworten hochlädt.