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Fotos: doedemee.be
In genau einem Monat, am 8. September, ist Weltalphabetisierungstag. Natürlich ist es kein Zufall, dass an diesem Tag auch die erste Ausstellung des Doedemee-Projektes (Was war das noch gleich?) eröffnet wird:
Vom 8.–16. September 2012 werden die 100 Plakate im Antwerpener Rathaus zu sehen sein; Anfang nächsten Jahres dann im Foyles Book Store in London (Link folgt).
Weitere Ausstellungen sind geplant. Und wer es nicht schafft, die Plakate auf einer der Ausstellungen anzuschauen, kann sich das ein oder andere auch einfach als Poster kaufen.
Biss dahin gibt es oben eine kleine Vorschau. Da sieht man zum Beispiel:
— 1. Reihe, 2. von rechts: »Emma« (1815) von Jane Austen, gestaltet von Blanca Bk (E)
— 2. Reihe, 4. von links: »Lolita« (1955) von Vladimir Nabokov, gestaltet von Yasmeen Ismail (UK)
— 2. Reihe, ganz rechts: »Moby-Dick« (1851) von Herman Melville, gestaltet von Shelley Revill (UK)
— 3. Reihe, 2. von links: »Northern Lights« (1995) von Philip Pullman, gestaltet von Hamish Steele (UK)
— 4. Reihe, 2. von links: »Nightmare Abbey« (1818) von Thomas Love Peacock, gestaltet von Jon Whitty (UK)
Nach und nach werden die Titel auch in höherer Auflösung auf Facebook veröffentlicht.

Mein Plakat für Doedemee ist fertig!
Doedemee entstand durch die Initiative von Tom Haentjens und dem Team seiner Designagentur beshart aus Antwerpen. Es geht um Folgendes:
»[…] we’ve gathered 100 creatives from 28 different countries to help us fight illiteracy. Each of them will re-cover a classic novel that appears on the Observers ›100 Greatest Novels of All Times‹. This unique collection of cover designs will be sold online as posters and proceeds will go to an organization fighting illiteracy. The 100 posters are also available as expo.«
Ich hatte die Freude, mit dem Buch »Mrs Palfrey at the Claremont« dabei zu sein – als eine von nur zwei deutschen Designern. Die zweite im Bunde ist übrigens Sandra Monat, die viele sicher über ihr Label herzensart kennen und auf deren Beitrag ich schon sehr neugierig bin.
Ebenso gespannt bin ich auf die Arbeit von Lesley Barnes (UK), deren Animationen für Belle & Sebastian 2011 überall viel Lob geerntet haben.
Auf einige der entstandenen Plakate konnte man schon einen kleinen Blick werfen. So wie es aussieht, sind ein paar hervorragende Arbeiten darunter! Ein großes Highlight ist auf alle Fälle der Entwurf für »Don Quijote« von Lobulo Design aus London. Über dessen Entstehungsprozeß gibt es sogar einen Film.
»Mrs Palfrey at the Claremont«, Platz 77 der besagten Liste, ist ein Roman der englischen Autorin Elizabeth Taylor aus dem Jahr 1971. Es ist die Geschichte von Laura Palfrey, die nach dem Tod Ihres Mannes nach London ins Claremont Hotel, eine Art Seniorenhotel, zieht und dort versucht, etwas anderes mit ihrem Leben anzufangen als auf den Tod zu warten – oder zumindest der Langeweile zu entgehen.
Durch Zufall lernt sie den jungen Ludo kennen, der Schriftsteller werden will, momentan aber bloß hart an der Armutsgrenze lebt. Zwischen beiden entsteht eine Art von Freundschaft.
Als Taylor das Buch schrieb, war sie 64 Jahre alt. Es ist ein insgesamt sicherlich trauriges Buch, menschlich extrem gut beobachtet, auf den Punkt formuliert und mit einer gehörigen Portion trockenem Humor ausgestattet. Trotz der Leichtigkeit, die dadurch entsteht, hinterlässt es im Leser ein deutliches Gefühl von Melancholie.
Obwohl der Observer das Buch offenbar zu den 100 besten und wichtigsten Romanen zählt, und es 2005 sogar verfilmt wurde (etwas zu klamaukiger Trailer: hier), gibt es bis heute keine deutsche Übersetzung.
Spätestens seit »Birnbaum« ist das Thema Altern ja kein Neuland für mich, und die Plakatgestaltung war daher eine sehr schöne Aufgabe.
In meinem Cover, das sich deutlich von den bisher existierenden Titeln unterscheidet, habe ich versucht, die Stimmung des Buches aufzufangen: die Melancholie und das Altwerden zu thematisieren (das Herbstlaub, die stark abstrahierte Andeutung der Jahresringe, …), aber gleichzeitg seine leichte Note zu bewahren.
Ich wünsche dem Projekt sehr viel Erfolg und bin gespannt, wie es sich entwickelt.
Kennt Ihr schon diesen originellen und extrem professionell umgesetzten Videoclip, den u.a. Hoku Uchiyama und Adam Bolt im letzten Herbst für Evelyn Evelyn realisiert haben? Ich musste erstmal eine Weile überlegen, bis ich überhaupt eine Ahnung davon bekam, wie sie das gemacht haben könnten. Tolle Arbeit!
(via)
Viele dürften dieses Video schon kennen. Schließlich ist es schon ein paar Monate alt, und anscheinend sogar recht erfolgreich.
Die Idee ist gut und wurde so hübsch umgesetzt, dass ich es hier auch noch einmal festhalten will:
Ausführliche Credits gibt’s bei Vimeo.
(PS: Zu einem weiteren Ohrwurm des gleichen Musikers bitte hier entlang …; ein paar Making-of-Bilder gibt’s hier)

Wer steht bitteschön nicht auf diese traditionellen japanischen Muster? (Solche zum Beispiel.)
Mit Hilfe des Japonizers kann man selbst welche erstellen, um sie dann als Desktop- oder Websitehintergrund oder was einem sonst noch so einfällt zu verwenden. Das geht sehr einfach: Man wählt aus 27 möglichen Mustertypen eines aus, passt es in Größe und Farbigkeit an und erhält am Ende ein winziges Stückchen png-Datei, aus dem sich durch simples Aneinanderbauen nun ein endloses Muster bilden lässt. Ein schönes Spielzeug!
(via)

»Between Two Waves«-Cover von Seniorita Polyester & Roller Monkey, Visuelle Zeiten, Daniel Novakovic. Bild unten rechts von EardrumsPop auf Basis eines Fotos von Guilherme M: www.flickr.com/people/iberere {CC BY-NC-SA 2.0}
Ihr erinnert Euch an »Between Two Waves« von EardrumsPop im April letzten Jahres – diese drei wunderbaren (kostenlosen!) Alben mit vierzig Liedern, die jeweils in Zusammenarbeit zwischen zwei Musikern oder zwei Bands enstanden sind? Außerdem gab’s tolle Cover, Cartoons, Gedichte, Illustrationen und zu guter Letzt ein Begleit-Booklet, das von mir gestaltet wurde :-)
Das Projekt hat mir riesigen Spaß gemacht und daher freue ich mich umso mehr, dass das EardrumsPop-Team sich vorgenommen hat, demnächst in eine zweite Runde zu starten! Und dafür kann man sich im Moment bewerben. Alle, die Interesse haben, mit dabei zu sein – ob Musiker oder Illustratoren – sind aufgerufen, sich zu melden. Ich kann es Euch nur ans Herz legen und bin sehr gespannt, was daraus wird …