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Auf die Frage, wer denn den schönsten Stuhl der Welt entworfen hat, würden die meisten vermutlich mit »Verner Panton!« antworten. Aber vielleicht ist sein Stuhl auch einfach nur der bekannteste.
Für mich ist diese Frage schon seit einiger Zeit geklärt. Mein schönster Stuhl der Welt wurde in den Sechziger Jahren für die französische Ski-Station Les Arcs entworfen. Das Design wird Charlotte Perriand (1903–1999) zugeschrieben. Offenbar war wohl ein größeres Team für die Gesamtgestaltung des Resorts verantwortlich, zu dem maßgeblich auch Le Corbusier gehörte.
Der Stuhl besteht aus Leder und Stahl. Es gibt verschiedene Varianten, manchmal ist das Leder eingefärbt, manchmal der Stahl schwarz, aber die »naturbelassene« Version gefällt mir eindeutig am besten. Wie man sich vorstellen kann, sind diese Stühle heute recht selten zu finden und natürlich auch nicht besonders günstig. Ich persönlich finde es nicht wichtig, dass alle Stühle um einen Tisch herum die gleichen sind; mir würde also schon ein einziger davon genügen. Sollte da also zufällig so einer bei einem meiner Lesern im Keller rumstehen, und er wird nicht gebraucht …

Drei wunderschöne Stücke Stoff sind hier aus Münster eingetroffen. Geschickt wurden sie von Julia, Stefan und ihrer Tochter Lotta. Wie die Stoffauswahl zustande gekommen ist, hat Julia mir in einem Brief erklärt: Der rot-weiß-gepunktete ist ihr eigener Lieblingsstoff, Stefan findet »hellblaues Vichykaro kann einen Mann sein Leben lang begleiten« und die fünfjährige Lotta ist der Meinung, dass ohne die Raupe Nimmersatt »gar nichts geht« :)
Vielen lieben Dank für dieses tolle Päckchen! Somit fehlen mir also nur noch 24 Stoffzuschnitte für Jannohs Decke …
PS: Sollte hier ein Banause mitlesen, der den Kinderbuchklassiker von Eric Carle nicht kennt – hier bitteschön, »Die kleine Raupe Nimmersatt« von 1969:
(Und übrigens: Eric Carle, der im Sommer 81 Jahre alt wird, hat auch ein Weblog.)
{70 Million by Hold Your Horses! from L’Ogre on Vimeo}
Hold Your Horses! ist eine sympathische Band aus Paris, die ich soeben über Spreeblick kennengelernt habe und die Ende Februar ein lustiges neues Video veröffentlicht hat. Darin werden quer durch die Kunstgeschichte mal eben alle Klassiker nachgestellt, die einem so einfallen. Die Idee mag vielleicht nicht ganz neu sein, aber selten hat mir sowas derart gute Laune bereitet. Und ein hübsches Lied ist »70 Million« ohnehin …
Wer nicht alle Kunstwerke zuordnen kann, dem wird hier bei Flickr geholfen, wo jemand freundlicherweise schon mal einen Spickzettel vorbereitet hat.
Wenn ich demnächst mal wieder nach Paris fahren würde (was zwar leider nicht in Aussicht ist, aber wer weiß …?), dann wüsste ich schon ganz genau, wie ich mich am besten darauf vorbereite:
Erstens: Mit dem frisch herausgekommenen und bereits vielgelobten Buch von Pia Jane Bijkerk, »Paris: Made by Hand« (in Deutschland kann man’s über Amazon bekommen). Pia stellt hier 50 kleine und besondere Läden oder Ateliers vor, in denen es handgemachte, inspirierende, alte und neu kombinierte Sachen zu sehen und zu kaufen gibt. Nebenbei erzählt sie ein bisschen über die Besitzer und deren Philosophie. Super ist, dass zu fast allen auch eine Website oder gar ein Onlineshop genannt werden — ein schöner Trost, wenn man eben nicht in Paris ist, sondern zu Hause am Rechner sitzt … Noch mehr Infos hier.

(Auf dem obersten Bild rechts sieht man übrigens eine französische Variante der Einmachglaslampe, die ich kürzlich erwähnt hatte. Diese hier ist aber aus Marmeladengläsern gemacht und kann bei The Collection auch bestellt werden.)
Zweitens: Mit »Paris secret et insolite«, einem ungewöhnlichen Reiseführer-Klassiker von Rodolphe Trouilleux, der schon in der x-ten Auflage herauskommt, und der von Touristen weniger besuchte, aber dafür umso interessante Besonderheiten und Sehenswürdigkeiten vorstellt, wie zum Beispiel Häuserfassaden mit skurrilen Details oder vergessene Winkel, Hinterhöfe und geheime Durchgänge. Inzwischen gehört auch ein Blog dazu. Fast alles gibt es allerdings nur auf Französisch; eine Buchausgabe ist immerhin in Englisch erhältlich. Und wer nur Deutsch kann, der bekommt in diesem Artikel des Schweizer Tagesanzeigers oder diesem bei Spiegel-Online zumindest ein paar Tipps.
Drittens: Mit dem Kurzfilm »Le ballon rouge« von Albert Lamorisse, in dem man sehr schön sehen kann, wie es vor noch gar nicht so langer Zeit, nämlich 1956, in Ménilmontant aussah …
Viertens: Und wo wir gerade bei Paris in den Fünfzigern waren — hier gibt es Flickr-Set mit Fotos aus den Sechzigern.
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If I planned to go to Paris again soon (which is not the case, unfortunately, but you never know …), this is how I would prepare for the trip:
1 With Pia Jane Bijkerk’s freshly released and already often recommended book »Paris: Made by Hand«. Pia presents 50 small and special shops or ateliers, in which you can see or buy handmade, inspiring, old and new combined things. She tells about the owners and their philosophy, as well. For almost everyone a website or even an online-store is mentionned — which is great for those of us who are not in Paris, but at home in front of their computer screens … More information here.
2 With »Paris secret et insolite«, an unusual travel guide classic by Rodolphe Trouilleux. The book features places, that are less visited by tourists, but nevertheless very interesting, such as building facades with whimsical details or forgotten corners, backyards and secret passageways. The book is available in English.
3 With the short film »Le ballon rouge« by Albert Lamorisse, where you can see how it looked like at Ménilmontant in 1956 …
4 And while talking about Paris in the fifties — here’s a beautiful Flickr set with photos from the sixties.
Interessant zu sehen, wie viel Spielraum es da gibt und wie der genutzt wurde …
(via stefano picco)
Dieses Filmchen stammt von Peter Lord/Aardman und ist schon über 20 Jahre alt (von 1987). Das Lied an sich wurde 1928 geschrieben und Nina Simone hat’s erstmalig 1958 gesungen — immer noch schön!

Zugegeben: Bis vor Kurzem habe ich selbst nicht gewusst, dass es sich bei dieser Lampe, die ich natürlich schon oft (und etwas zu oft in den überfüllten Schaufenstern kleiner Esoterikläden) gesehen hatte, um einen echten Designklassiker handelt … Nichtsdestotrotz: Das modulare Lampensystem »IQ light« wurde 1972 vom dänischen Designer Holger Strøm erfunden, wobei IQ für Interlocking Quadrilaterals steht.
Seit mir vor Jahren mal ein junger Mann in einem Bastelladen eine seltsam schiefe Schablone gezeigt und behauptet hatte, er würde daraus eine Lampe machen, wollte ich das auch unbedingt mal ausprobieren. Aber es ist gar nicht so einfach, eine Anleitung zu finden, wenn man nicht viel mehr als »Lampe aus zusammengesteckten Einzelteilen« googlen kann … Wie auch immer, quasi zufällig bin ich fündig geworden. Für die recht kleine Lampe auf dem Foto habe ich 0,2 mm starke Lampenschirmfolie mit Nesselstoff bezogen. Größere Lampen brauchen sicher dickere Folie. Am kniffligsten ist das Zusammensetzen (von wegen IQ! — fast hätte ich aufgegeben), am besten nimmt man für den Anfang nicht mehr als 30 Puzzleteile.
Wer Spaß dran findet, kann die Lampe dann in x verschiedenen Versionen machen: nicht nur mit unterschiedlicher Anzahl an Teilen, sondern auch mit etwas anderen Schablonen (hier im Mexican Style) oder insgesamt sehr viel freier interpretiert.
The Pogues & Kirsty MacColl: »Fairytale of New York«. Hier gibt’s eine sehr interessante sechsteilige BBC-Dokumentation (von 2005) über die Entstehungsgeschichte des Liedes.
Bei dem freundlichen Trödel- und Antikhändler im Haal in Schwäbisch Hall habe ich diese gerahmte Albrecht-Dürer-Postkarte erstanden. Ich wüsste gerne, von wann der Druck ist, aber ich traue mich nicht, den so sorgfältig verklebten Rahmen hinten zu öffnen. auf der Rückseite konnte ich nur die Verlagsangabe »F.A. Ackermanns Kunstverlag München« und leider keine Jahreszahl finden. Im Original ist das Bild übrigens auch nur 11 x 14 cm groß.

{Foto mit freundlicher Erlaubnis von Brian Chan}
Und wo wir gerade beim Thema sind: Das MIT war mir bisher nicht in erster Linie durch seine gelungenen Origamiarbeiten ein Begriff … Aber seit ich die Bildergalerien vom OrigaMIT-Club gesehen habe, hat sich mein Bild vom MIT ein bisschen gewandelt. Besonders cool sind die Insekten von Brian Chan — mein Lieblingsstück ist dieser Hirschkäfer, wohl nicht zuletzt deshalb, weil er dem von Dürer so ähnlich sieht.
(gefunden bei Monster-Munch)
Nachtrag: noch mehr Origami, aber diesmal im Bewegtbild — In diesem Fünfminüter wird die Geschichte der japanischen Sportschuhfirma Asics nacherzählt.
Von Stuttgart aus ist es nach Straßburg gar nicht weit, besonders wenn man den TGV nimmt ;) In einer guten Stunde ist man da. So ein TGV ist super: Wenn man will, bekommt man dort sogar Wein »prêt à boîre« in einem mit Alufolie versiegelten Gläschen. Außerdem ist er nie überfüllt, und man hat (zwangsläufig) immer einen Sitzplatz — nur spontan Verreisen ist halt schwierig, weil die Züge zu den Kernzeiten meist schon lange im Voraus ausgebucht sind. So kam es, dass wir kürzlich an einem Samstagmorgen in aller Frühe in Straßburg ankamen und meine geliebte Épicerie (schönes neues Erscheinungsbild übrigens von my Beautiful!) noch geschlossen hatte. Also sind wir in die erstbeste Bäckerei gegangen, die schon auf war: Brioche dorée. Im ersten Stock gibt es dort Tische und Stühle, und an der Wand hängen Bilder, wie es sie in jeder französischen Bäckerei gibt, die »traditionell« wirken will: schwarzer Hintergrund, handgemachte Typografie und generell auf alt getrimmt.

Eines dieser Bilder ist mir ins Auge gefallen, weil es nämlich ein Portrait meines Form-1382-Kännchens ist. Bei den anderen scheint mir allerdings ein bisschen künstlerische Freiheit mit im Spiel gewesen zu sein; zumindest gibt es da einige Details, die nicht zur Form 1382 passen — oder stellen die unteren drei Bilder vielleicht Teile aus ganz anderen Serien dar?