Wie sieht’s denn hier aus?

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Unter »Schnörkel & Muster« wurden folgende Beiträge veröffentlicht.


Insel-Bücherei und Briefmarke in einem

Vor ein paar Tagen habe ich schon einmal etwas über die Insel-Bücherei geschrieben und kurz vorher hatte ich eine tolle Brief­mar­ken­samm­lung erwähnt. Heute habe ich eine Brief­marke bekommen, die beides ver­eint: dieses wun­der­schöne Exem­plar zum 125. Geburtstag des Dich­ters Rainer Maria Rilke im Jahre 2000 ist im Stil der Rizzi-Papiere der ersten Insel-Bücher gehalten und wurde ent­worfen von einer der »Großen« in Sachen Brief­mar­ken­ge­stal­tung, Eli­sa­beth von Janota-Bzowski.


Flohmarktfund: »Das kleine Blumenbuch«

Die Bücher der Insel-Bücherei mit ihren gemus­terten Ein­bänden wirken auf Gra­fik­de­si­gner wie mich ja sowieso schon gera­dezu magne­tisch. Wenn einem auf dem Floh­markt dann auch noch ein so schönes (und nütz­li­ches) Exem­plar wie dieses in die Hände gerät, ist das natür­lich ein Glücks­fall: Das kleine Blu­men­buch, Zeich­nungen von Rudolf Koch, in Holz geschnit­ten von Fritz Kredel, erst­mals erschienen 1933.

Wie, Rudolf Koch? Der, den man heute vor allem als Typo­grafen und Schöpfer der Schrift Kabel kennt? Ja, genau :-)

Wer jetzt nei­disch auf meinen Fund wurde, den kann ich beru­higen: eine Rarität ist das Büch­lein über­ra­schen­der­weise nicht – schaut mal. Sein »großer Bruder«, Das Blu­men­buch von 1930, in dem die Zeich­nungen zuerst erschienen waren, dagegen schon. Dafür habe ich schon Preise bis weit über 2.000 Euro gesehen (je nach Zustand natür­lich) …

PS: Hier gibt es übri­gens eine Art PDF-»Leseprobe«, aller­dings aus einer neueren Aus­gabe – die Bilder sind die glei­chen, nur die Schrift ist eine andere.


Hausnummern

in Kün­zelsau


Häuserlexikon Schwäbisch Hall

Schwä­bisch Hall, Lange Straße 49

Tolle Ent­de­ckung: In Schwä­bisch Hall gibt es ein ziem­lich gut aus­ge­bautes Häu­ser­le­xikon, das für jeden online zugäng­lich ist. Hier kann man Geschichte und Aus­sehen vieler ein­zelner Häuser nach­ver­folgen, zum Teil auch anhand his­to­ri­scher Fotos.

Da kann man zum Bei­spiel sehen, wie die Gebäude aus­sahen, als das ganze Fach­werk noch nicht frei­ge­legt war, wie wenig sich das Anla­gen­café seit seiner Zeit als Schüt­zen­haus ver­än­dert hat, wie beein­druckend das Brenz­haus früher war oder was beim Som­mer­nachts­fest 1954 mit dem Vor­gänger der heu­tigen Epinal­brücke pas­siert ist (und wo die Pylonen her­kommen, die nun nebenan im Park rum­stehen). End­lich kenne ich auch den Grund, warum mein Lieb­lings­haus in der Gel­binger Gasse sti­lis­tisch so aus der Masse her­aus­sticht.

Ergän­zend dazu: Stadt­ar­chivar Andreas Maisch hat 2003 ein Buch mit einigen »Vorher-Nachher-Fotos« ver­öf­fent­licht (in der Druck­qua­lität leider nur mit­telgut).


Japanische Muster generieren


Wer steht bit­te­schön nicht auf diese tra­di­tio­nellen japa­ni­schen Muster? (Solche zum Bei­spiel.)

Mit Hilfe des Japo­ni­zers kann man selbst welche erstellen, um sie dann als Desktop- oder Web­site­h­in­ter­grund oder was einem sonst noch so ein­fällt zu ver­wenden. Das geht sehr ein­fach: Man wählt aus 27 mög­li­chen Muster­typen eines aus, passt es in Größe und Far­big­keit an und erhält am Ende ein win­ziges Stück­chen png-Datei, aus dem sich durch sim­ples Aneinan­der­bauen nun ein end­loses Muster bilden lässt. Ein schönes Spiel­zeug!

(via)


Sichtschutzmuster aus Briefumschlägen

Ist Euch schon mal auf­ge­fallen, wie viele ver­schie­dene Arten es von diesen Sicher­heits­mus­tern gibt? Vor ein paar Jahren hatte ich mal einen Kunden, der im Rahmen einer Geschäfts­aus­sttat­tung eines brauchte — bis dahin dachte ich ja, die seien genormt … Sind sie aber ganz offen­sicht­lich nicht, man muss sie sich nur mal ein biss­chen genauer anschauen:

#1 scheint mir das am häu­figsten ver­wen­dete Muster zu sein, #2 ist das der Spar­kasse, #3 das der Arbeits­agentur. #4 kommt hierher, #5 von der Firma Datev, #6 und #7 von der Telekom (wo man wohl zwi­schen normal geheimen und sehr geheimen Briefen unter­scheidet). Bei #8 hat die Tech­niker Kran­ken­kasse ein Muster aus ihrem Logo erstellt. #9 und 10 sind meine bis­he­rigen Lieb­linge: von der Bau­spar­kasse Schwä­bisch Hall und den Éditions Pyramyd aus Paris. Und #11 ist mal was ganz anderes, näm­lich die Rück­seite einer Memo­ry­karte.

Eine ganze Weile sammle ich diese Muster nun also schon. Mir ist nur nie ein­ge­fallen, was ich eigent­lich mal damit anfangen will. Ein paar haben immerhin Anwen­dung in kleinen Col­lagen und Bas­te­leien gefunden, aber die richtig zün­dende Idee kam mir noch nicht … Jetzt kam Becky Johnson von Sweetie Pie Press mir zuvor und hat ganz ein­fach But­tons draus gemacht. Super, oder? Und eine viel schö­nere Samm­lung als meine hat sie oben­drein!


Spitzenkleid

{Foto mit CC-Lizenz von sa_ku_ra: www.flickr.com/photos/sa_ku_ra / CC BY 2.0}

Janet Morton hat im Herbst jede Menge Spit­zen­deck­chen gesam­melt und ein paar Bäumen in Toronto daraus Kleider genäht. Das Ganze ist von 2004 und heißt »Early Frost«. Wer wissen will, wie das Ganze aussah, bevor das Loch in der Spitze ent­stand, findet ein tolles Foto davon bei Kar­ma­kazi … (via Oh Joy!)

Super sind übri­gens auch Mor­tons Strickso­cken für Patsy, die Ele­fan­ten­dame im Toron­toer Zoo.


Bad Windsheim

Noch ein Frei­land­mu­seum! Diesmal ist es Bad Winds­heim in der Nähe von Würz­burg. Hier gibt’s eine Menge frei­lau­fender Hühner, Schafe und Hunde. Und außerdem natür­lich wieder einmal herr­liche Wand­be­ma­lungen, wenn auch, wie ich finde, nicht ganz so gut erhalten wie in Wackers­hofen — für das ich inzwi­schen eine Jah­res­karte besitze :)

Mal abge­sehen von den vielen, vielen Bil­dern mit Mus­tern habe ich auch noch dieses Schmuck­stück »mit­ge­bracht«: einen alten Vogel­käfig, den ich aller­dings leider nicht datieren kann.



Wackershofen

Wenn man in der Nähe von Schwä­bisch Hall unter­wegs ist oder ein­fach so mal einen Aus­flug macht und das Wetter ist schön, dann ist ein Besuch im Frei­land­mu­seum Wackers­hofen eine tolle Idee. Hier liegt zwi­schen Wiesen und Hügeln und einem kleinen Bach ein ganzes Dorf aus alten wie­der­auf­ge­bauten Häu­sern vom Spät­mit­tel­alter bis zu den 1950ern. Man kann super spa­zie­ren­gehen, fast vom Aus­sterben bedrohte Mohrenköpfle-Schweine angu­cken (hier auch), und eigent­lich reicht ein Tag für einen Besuch gar nicht aus.

Für mich am beein­dru­ckendsten waren aller­dings die Wand­be­ma­lungen in den Häu­sern aus den ver­schie­denen Jahr­hun­derten, sehr auf­wändig, detail­ver­liebt und sehr gut erhalten oder teil­weise auch sehr sorg­fältig rekon­stru­iert — was man sich alles hat ein­fallen lassen, als es noch keine Tapeten zu kaufen gab …