Reiselust

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Denjenigen zufolge, die dort leben, ist man in Heilbronn nicht gerade mit hübschen Cafés verwöhnt. Umso schöner war die Überraschung, als mir Freunde neulich das Kaffeehaus Hagen gezeigt haben. Das große rote Backsteingebäude liegt etwas außerhalb des Zentrums in der Christophstraße. Abgesehen vom Café selbst (im ersten Stock) befindet sich im Erdgeschoss des Gebäudes auch noch ein Laden, in dem man neben Kaffee und Tee auch allerhand Feinkostbesonderheiten bekommen kann. Es gibt da eine große, tolle Auswahl an ausgefallenen Honig- und Marmeladenspezialitäten, wie man sie sonst gar nicht so oft findet — zum Beispiel auch meinen allerneusten Lieblingsbrotaufstrich »Butter Orange Cheese« von Elsenham.

Zwarte Kat

Mitbringsel aus Echternach: belgischer Kaffee, den ich wirklich ausschließlich wegen der Verpackung gekauft habe (die sich vermutlich seit 1804 nur wenig verändert hat).

Urlaub #4: Lyon

Lyon ist schon die letzte Station unseres Sommerurlaubs, von der ich hier berichten werde. Die Stadt ist nach Paris und Marseille die drittgrößte Frankreichs und hat sogar einen eigenen Mini-Eiffelturm, Tour métallique de Fourvière genannt.

Eine tolle Sache, die ich so bisher nirgends gesehen hatte, sind die Traboules in den älteren Stadtvierteln von Lyon: Das sind schmale, oft tunnelartige Durchgänge von einer Straße zur anderen, die durch Treppenhäuser und Hinterhöfe führen, so dass man früher bei der engen Bebauung einerseits Platz gespart hat und andererseits Dinge (beispielsweise wertvolle Seide) geschützt und trocken transportieren konnte. Eigentlich handelt es sich dabei also um Passagen auf privaten Grundstücken, aber die meisten Bewohner sind so nett, dass sie Touristen (zeitweise) den Zutritt erlauben. Spannend ist, dass man oft gar nicht so genau weiß, ob man nun tatsächlich auf der gegenüberliegenden Straße oder durch irgendwelche Verzweigungen ganz woanders rauskommt.

Ansonsten gibt es in einer so großen Stadt natürlich noch jede Menge anderer Sehenswürdigkeiten (Parc de la Tête d’Or, direkt daneben die Cité Internationale von Renzo Piano, …). Was man sich auf jeden Fall noch ansehen sollte, ist das Museum der Brüder Lumière, welches sich selbstverständlicherweise in der Rue du Premier Film befindet.

In Lyon hatten wir eine sehr hübsche private Unterkunft bei einer netten Familie in Les États-Unis (interessantes Viertel mit vielen bemalten Hochhausfronten), die ich bei Bedarf gerne weiterempfehlen kann.

Urlaub #3: Ouroux

Kurz vor Lyon haben wir einen Abstecher nach Ouroux gemacht, noch genauer: nach La Serve zu den Roulottes von Pascaline & Pascal Patin. Die beiden haben einen großen Hof mit kleinem Teich, Fröschen, Hunden, Katzen, Pferden, Hühnern und einem Hahn mitten im Wald und restaurieren dort alte Zirkuswägen. Drei davon sind so eine Art Gästezimmer. Als wir ankamen, gab es Wolkenbruch und Stromausfall bis tief in die Nacht. Zum Frühstück bekamen wir dann Milchkaffee und sehr leckeren Honig (den man in der Imkerei im Nachbardorf auch kaufen kann) und alles war wieder gut :)

La Serve ist ein ganz besonderer Ort und für alle, die mal ein bisschen abschalten wollen, allerbestens geeignet. Es gibt ein paar hübsch fotografierte Bücher, in denen man sich etwas genauer informieren kann: Crazy Hotels von Bettina Kowalewski (deutsch, über allerhand Hotels), Les Roulottes von Jeanne Bayol und L’esprit Roulotte von Stéphanie Caumont (beide französisch und nur über Zirkuswägen).

Von Nancy nach Lyon sind wir zum Teil über die Landstraße durchs schöne Burgund gefahren. Unterwegs gab es atemberaubende Landschaft zu bewundern, und an wirklich jeder Straßenecke steht irgendein Schlösslein rum … Man fährt durch so bekannte Orte wie Cluny, Taizé und Belleville — wobei es zugegebenermaßen etwas fraglich ist, ob es sich bei letzterem wirklich um das Vorbild für den großartigen Animationsfilm von Sylvain Chomet handelt … ;)

Wer »Das große Rennen von Belleville« nicht gesehen hat, sollte dies übrigens unbedingt nachholen. Hier ein kleines Musikvideo mit Filmausschnitten … Ist das nicht nett, wie -M- hier (nachträglich) einfach mit hineingezeichnet wurde?

Urlaub #1: Nancy

Ach jaaa, richtig: Wir waren auch mal in Urlaub und ich hatte versprochen, hier ein bisschen davon zu berichten … Nun gut, unsere erste Station war Nancy, eine Stadt, die ich schon von früher kannte und in der man sich vor allem eines anschauen kann: Jugendstil, Jugendstil & Jugendstil. Mein absolutes Lieblingsstück: die Löwenzahnlampe von Louis Majorelle, die noch bis Ende August in den Galeries Poirel ausgestellt wird.

Sehr niedlich und direkt in der Altstadt gelegen war übrigens unsere Unterkunft, das Hôtel de Guise.

Wenn ich demnächst mal wieder nach Paris fahren würde (was zwar leider nicht in Aussicht ist, aber wer weiß …?), dann wüsste ich schon ganz genau, wie ich mich am besten darauf vorbereite:

Erstens: Mit dem frisch herausgekommenen und bereits vielgelobten Buch von Pia Jane Bijkerk, »Paris: Made by Hand« (in Deutschland kann man’s über Amazon bekommen). Pia stellt hier 50 kleine und besondere Läden oder Ateliers vor, in denen es handgemachte, inspirierende, alte und neu kombinierte Sachen zu sehen und zu kaufen gibt. Nebenbei erzählt sie ein bisschen über die Besitzer und deren Philosophie. Super ist, dass zu fast allen auch eine Website oder gar ein Onlineshop genannt werden — ein schöner Trost, wenn man eben nicht in Paris ist, sondern zu Hause am Rechner sitzt … Noch mehr Infos hier.

(Auf dem obersten Bild rechts sieht man übrigens eine französische Variante der Einmachglaslampe, die ich kürzlich erwähnt hatte. Diese hier ist aber aus Marmeladengläsern gemacht und kann bei The Collection auch bestellt werden.)

Zweitens: Mit »Paris secret et insolite«, einem ungewöhnlichen Reiseführer-Klassiker von Rodolphe Trouilleux, der schon in der x-ten Auflage herauskommt, und der von Touristen weniger besuchte, aber dafür umso interessante Besonderheiten und Sehenswürdigkeiten vorstellt, wie zum Beispiel Häuserfassaden mit skurrilen Details oder vergessene Winkel, Hinterhöfe und geheime Durchgänge. Inzwischen gehört auch ein Blog dazu. Fast alles gibt es allerdings nur auf Französisch; eine Buchausgabe ist immerhin in Englisch erhältlich. Und wer nur Deutsch kann, der bekommt in diesem Artikel des Schweizer Tagesanzeigers oder diesem bei Spiegel-Online zumindest ein paar Tipps.

Drittens: Mit dem Kurzfilm »Le ballon rouge« von Albert Lamorisse, in dem man sehr schön sehen kann, wie es vor noch gar nicht so langer Zeit, nämlich 1956, in Ménilmontant aussah …

Viertens: Und wo wir gerade bei Paris in den Fünfzigern waren — hier gibt es Flickr-Set mit Fotos aus den Sechzigern.

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If I planned to go to Paris again soon (which is not the case, unfortunately, but you never know …), this is how I would prepare for the trip:

1 With Pia Jane Bijkerks freshly released and already often recommended book »Paris: Made by Hand«. Pia presents 50 small and special shops or ateliers, in which you can see or buy handmade, inspiring, old and new combined things. She tells about the owners and their philosophy, as well. For almost everyone a website or even an online-store is mentionned — which is great for those of us who are not in Paris, but at home in front of their computer screens … More information here.

2 With »Paris secret et insolite«, an unusual travel guide classic by Rodolphe Trouilleux. The book features places, that are less visited by tourists, but nevertheless very interesting, such as building facades with whimsical details or forgotten corners, backyards and secret passageways. The book is available in English.

3 With the short film »Le ballon rouge« by Albert Lamorisse, where you can see how it looked like at Ménilmontant in 1956 …

4 And while talking about Paris in the fifties — here’s a beautiful Flickr set with photos from the sixties.

Von Stuttgart aus ist es nach Straßburg gar nicht weit, besonders wenn man den TGV nimmt ;) In einer guten Stunde ist man da. So ein TGV ist super: Wenn man will, bekommt man dort sogar Wein »prêt à boîre« in einem mit Alufolie versiegelten Gläschen. Außerdem ist er nie überfüllt, und man hat (zwangsläufig) immer einen Sitzplatz — nur spontan Verreisen ist halt schwierig, weil die Züge zu den Kernzeiten meist schon lange im Voraus ausgebucht sind. So kam es, dass wir kürzlich an einem Samstagmorgen in aller Frühe in Straßburg ankamen und meine geliebte Épicerie (schönes neues Erscheinungsbild übrigens von my Beautiful!) noch geschlossen hatte. Also sind wir in die erstbeste Bäckerei gegangen, die schon auf war: Brioche dorée. Im ersten Stock gibt es dort Tische und Stühle, und an der Wand hängen Bilder, wie es sie in jeder französischen Bäckerei gibt, die »traditionell« wirken will: schwarzer Hintergrund, handgemachte Typografie und generell auf alt getrimmt.

Eines dieser Bilder ist mir ins Auge gefallen, weil es nämlich ein Portrait meines Form-1382-Kännchens ist. Bei den anderen scheint mir allerdings ein bisschen künstlerische Freiheit mit im Spiel gewesen zu sein; zumindest gibt es da einige Details, die nicht zur Form 1382 passen — oder stellen die unteren drei Bilder vielleicht Teile aus ganz anderen Serien dar?

Noch ein Freilandmuseum! Diesmal ist es Bad Windsheim in der Nähe von Würzburg. Hier gibt’s eine Menge freilaufender Hühner, Schafe und Hunde. Und außerdem natürlich wieder einmal herrliche Wandbemalungen, wenn auch, wie ich finde, nicht ganz so gut erhalten wie in Wackershofen — für das ich inzwischen eine Jahreskarte besitze :)

Mal abgesehen von den vielen, vielen Bildern mit Mustern habe ich auch noch dieses Schmuckstück »mitgebracht«: einen alten Vogelkäfig, den ich allerdings leider nicht datieren kann.


Gestern waren wir wieder in Wackershofen, und diesmal habe ich gleich zwei Motive mitgebracht: Erstens einen Baum, der interessanterweise nur obenrum blüht …

… und zweitens ein paar Ziegen, die sich für uns mächtig ins Zeug gelegt haben :)

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