Wie sieht’s denn hier aus?

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Unter »Reiselust« wurden folgende Beiträge veröffentlicht.


Sommernachtsfest 2010

Am Wochenende war schon wieder Lichterfest in Schwäbisch Hall.


Unverhofft gute Logos #2: HDS

In Dörzbach ist mir an einer Gebäudefassade dieses sehr schön ausgeführte Logo für eine Ventilatorenfirma aufgefallen. Die Idee, beim Entwurf eines Logos ein Bildelement in einen Buchstaben zu integrieren, ist nicht erst seit dem niedlichen Fischlein im O von »Findet Nemo« beliebt. Nur ist es oft recht schwierig, dies mit der jeweils gegebenen Buchstabenkombination auch zu realisieren. Wenn sich aber tatsächlich ein Weg finden lässt, so funktioniert ein solches Logo in den meisten Fällen auch ganz gut.

Beim HDS-Logo hätte man vielleicht noch ein klein wenig an den Feinheiten arbeiten können, doch insgesamt ist es durchaus gelungen.

(An der Umsetzung des Logos auf der Website war allerdings ganz offenbar kein Designer beteiligt. So ist hier beispielsweise durch den Wegfall des Kreises und der drei Linien das Ventilatorenelement nicht mehr eindeutig zu erkennen …)


Nantes

Neulich ist Ronald nach Nantes gefahren. Dort wurde »Birnbaum« im Rahmen einer Veranstaltung des Centre Culturel Franco-Allemand CCFA gezeigt, die zum Ziel hatte, alte und junge Menschen näher zusammenzubringen. Da bot der Film natürlich genügend Diskussionsstoff. Anschließend gab es eine Podiumsdiskussion zum Thema »Die Darstellung des Alters im Film«. Hier und hier sind dazu zwei schöne Filmbesprechungen (auf Französisch) erschienen.

Leider konnte ich in Nantes nicht dabei sein, also hat Ronald mir Fotos mitgebracht: Dieser riesige (nämlich zwölf Meter hohe!) Maschinen-Elefant ist vermutlich die beste Sehenswürdigkeit der ganzen Stadt. Er trottet dort einfach so über die Île de Nantes, und ab und zu trompetet er auch mal und versprüht mit seinem Rüssel eine Ladung Wasser …

Tja, nicht nur Jules Verne hätte da seine Freude dran gehabt …

PS: Stéphan Muntaner aus Marseille macht für die Machines de l’Île seit einigen Jahren ziemlich coole Steampunk-Plakate. Früher war Muntaner Teil der Designergruppe Tous des K (jetzt C-Ktre). Inzwischen ist er in Frankreich wohl schon so berühmt ist, dass er keine eigene Website mehr braucht … Hier findet man zumindest eine ganz gute Übersicht, hier gibt es eines der Plakate auch zu kaufen.


Typografie à la Dinkelsbühl


Was würde passieren, wenn es plötzlich nur noch ein oder zwei Schriftarten gäbe?

Dinkelsbühl macht es vor. Die bayerische Kleinstadt hat ein außerordentlich gut erhaltenes mittelalterliches Stadtbild. Um dieses nicht zu zerstören, hat man sich dort offenbar darauf geeinigt, für die Beschriftung sämtlicher Läden gebrochene Schriften zu verwenden. Da zieht selbst der Dönerladen mit! Auf diese Weise stört tatsächlich kein einziges modernes Logo den hübschen Anblick, aber bei so manchem Schriftzug musste ich doch zweimal hingucken …

Und spätestens beim China-Restaurant fängt man an, ein wenig zu schmunzeln und freut sich, dass diese Vereinheitlichung an den Stadttoren ein Ende findet.

Ab und zu stößt der untrainierte Betrachter auch überraschend an die Grenzen der Lesbarkeit. Wer kommt darauf, wie der Laden ganz unten in der Mitte heißt?


Neulich in Baudenbach …

… sind mir an der alten Friedhofshalle diese beiden rätselhaft typografierten Inschriften aufgefallen. »Etwas eigenwillig«, dachte ich mir.

Aber die Lösung ist nur wenige Meter entfernt und auf einer Extra-Tafel angebracht: Wenn man die hervorgehobenen Buchstaben als römische Zahlen liest und alle addiert (ein W gilt dabei wie zwei Vs), erfährt man das Jahr, in dem die Halle gebaut wurde: 1732. Interessant!

Das nennt man Chronostichon oder auch Chronogramm.


Ein schöner Ort: das Kaffeehaus Hagen in Heilbronn

Denjenigen zufolge, die dort leben, ist man in Heilbronn nicht gerade mit hübschen Cafés verwöhnt. Umso schöner war die Überraschung, als mir Freunde neulich das Kaffeehaus Hagen gezeigt haben. Das große rote Backsteingebäude liegt etwas außerhalb des Zentrums in der Christophstraße. Abgesehen vom Café selbst (im ersten Stock) befindet sich im Erdgeschoss des Gebäudes auch noch ein Laden, in dem man neben Kaffee und Tee auch allerhand Feinkostbesonderheiten bekommen kann. Es gibt da eine große, tolle Auswahl an ausgefallenen Honig- und Marmeladenspezialitäten, wie man sie sonst gar nicht so oft findet — zum Beispiel auch meinen allerneusten Lieblingsbrotaufstrich »Butter Orange Cheese« von Elsenham.


Zwarte Kat

Mitbringsel aus Echternach: belgischer Kaffee, den ich wirklich ausschließlich wegen der Verpackung gekauft habe (die sich vermutlich seit 1804 nur wenig verändert hat).

10. Oktober 2009

Urlaub #4: Lyon

Lyon ist schon die letzte Station unseres Sommerurlaubs, von der ich hier berichten werde. Die Stadt ist nach Paris und Marseille die drittgrößte Frankreichs und hat sogar einen eigenen Mini-Eiffelturm, Tour métallique de Fourvière genannt.

Eine tolle Sache, die ich so bisher nirgends gesehen hatte, sind die Traboules in den älteren Stadtvierteln von Lyon: Das sind schmale, oft tunnelartige Durchgänge von einer Straße zur anderen, die durch Treppenhäuser und Hinterhöfe führen, so dass man früher bei der engen Bebauung einerseits Platz gespart hat und andererseits Dinge (beispielsweise wertvolle Seide) geschützt und trocken transportieren konnte. Eigentlich handelt es sich dabei also um Passagen auf privaten Grundstücken, aber die meisten Bewohner sind so nett, dass sie Touristen (zeitweise) den Zutritt erlauben. Spannend ist, dass man oft gar nicht so genau weiß, ob man nun tatsächlich auf der gegenüberliegenden Straße oder durch irgendwelche Verzweigungen ganz woanders rauskommt.

Ansonsten gibt es in einer so großen Stadt natürlich noch jede Menge anderer Sehenswürdigkeiten (Parc de la Tête d’Or, direkt daneben die Cité Internationale von Renzo Piano, …). Was man sich auf jeden Fall noch ansehen sollte, ist das Museum der Brüder Lumière, welches sich selbstverständlicherweise in der Rue du Premier Film befindet.

In Lyon hatten wir eine sehr hübsche private Unterkunft bei einer netten Familie in Les États-Unis (interessantes Viertel mit vielen bemalten Hochhausfronten), die ich bei Bedarf gerne weiterempfehlen kann.

15. August 2009

Urlaub #3: Ouroux

Kurz vor Lyon haben wir einen Abstecher nach Ouroux gemacht, noch genauer: nach La Serve zu den Roulottes von Pascaline & Pascal Patin. Die beiden haben einen großen Hof mit kleinem Teich, Fröschen, Hunden, Katzen, Pferden, Hühnern und einem Hahn mitten im Wald und restaurieren dort alte Zirkuswägen. Drei davon sind so eine Art Gästezimmer. Als wir ankamen, gab es Wolkenbruch und Stromausfall bis tief in die Nacht. Zum Frühstück bekamen wir dann Milchkaffee und sehr leckeren Honig (den man in der Imkerei im Nachbardorf auch kaufen kann) und alles war wieder gut :)

La Serve ist ein ganz besonderer Ort und für alle, die mal ein bisschen abschalten wollen, allerbestens geeignet. Es gibt ein paar hübsch fotografierte Bücher, in denen man sich etwas genauer informieren kann: Crazy Hotels von Bettina Kowalewski (deutsch, über allerhand Hotels), Les Roulottes von Jeanne Bayol und L’esprit Roulotte von Stéphanie Caumont (beide französisch und nur über Zirkuswägen).

14. August 2009

Urlaub #2: Burgund

Von Nancy nach Lyon sind wir zum Teil über die Landstraße durchs schöne Burgund gefahren. Unterwegs gab es atemberaubende Landschaft zu bewundern, und an wirklich jeder Straßenecke steht irgendein Schlösslein rum … Man fährt durch so bekannte Orte wie Cluny, Taizé und Belleville — wobei es zugegebenermaßen etwas fraglich ist, ob es sich bei letzterem wirklich um das Vorbild für den großartigen Animationsfilm von Sylvain Chomet handelt … ;)

Wer »Das große Rennen von Belleville« nicht gesehen hat, sollte dies übrigens unbedingt nachholen. Hier ein kleines Musikvideo mit Filmausschnitten … Ist das nicht nett, wie -M- hier (nachträglich) einfach mit hineingezeichnet wurde?

13. August 2009