Wie sieht’s denn hier aus?

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Unter »Typografie« wurden folgende Beiträge veröffentlicht.


Briefmarkensammlung

Peter Glaab macht hier auf eine sehr schöne Briefmarkensammlung aufmerksam, die die Kat Ran Press aus Massachusetts zusammengetragen hat: die Briefmarken wurden von berühmten Typografen oder Gestal­tungs­größen verwandter Disziplinen entworfen; die jüngste von ihnen ist sicher Jessica Hische (die ich hier schon einmal erwähnt hatte).

Es befinden sich auch einige Überraschungen darunter. Zum Beispiel sind mir in den letzten Jahren die Briefmarken 100 Jahre Motorflug (2008) und Historischer Motorsport (2009) im Alltag durchaus positiv auf­gefallen. Dabei war mir bislang allerdings nicht bekannt, dass sie von Henning Wagenbreth gestaltet wurden, dem wir auch die tolle FF Prater zu verdanken haben …

Sehenswert!


Obergeschosz

Fundstück: ein etwas eigenwillig orthografiertes Schild am Gebäude einer Anwaltskanzlei, an dem ich hin und wieder vorbeikomme. Ungewöhnlich auch, wie man die Telefonnummer gesetzt hat.
(Bilder minimal anonymisiert.)


RBNo2

Rene Bieder aus Berlin hat mit der RBNo2 einen ganz hübschen Display­font geschaffen, »inspired by late 19th century industrial fonts with german roots« (wobei das Endergenis für mich fast schon einen leicht dänischen Einschlag hat, vor allem bei den fetteren Schnitten …).

Generell finde ich es immer großartig, wenn einem bei einer Schrift auch noch Alternativbuchstaben angeboten werden, daher freue ich mich sehr über die beiden Schnitte Light und Light Alternate, die es bei FontFabric aktuell zum freien Download gibt. Zusammen mit den bereits angekün­digten Schnitten Regular, Bold und Black läßt sich die RBNo2 sicher toll zur Gestaltung von Plakaten verwenden.

(via)

21. Juli 2011

Avantgarde-Apotheke

In der Ausführung nicht so richtig überzeugend, dennoch bemerkenswert: eine Apotheke mit Leuchtbuchstaben in der Avant Garde!

Eine Schrift, die Spaß macht, für die meisten Projekte jedoch schlichtweg ungeeignet ist. Ihre Ligaturen sieht man heutzutage im Alltag nur noch selten.

(in Erlangen)


Panefresco

Heute habe ich eine gute Nachricht für alle Freunde der Schrift Titillium. Diese ist 2008 / 2009 an der Accademia di Belle Arti di Urbino in Italien als Open-Source-Projekt entstanden. Man kann sie durchaus als gut ausgebaut bezeichnen; auch in der Anwendung finde ich sie recht angenehm (ich habe sie beispielsweise für das Booklet von »Between Two Waves« eingesetzt) — aber: sie besitzt keine Kursive.

Das fand offenbar auch Chank Diesel aus Minneapolis bedauerlich, und so hat er sich ihrer angenommen und einen Italic-Schnitt entwickelt. Als der fertig war, schien es nur logisch, die Glyphen wieder aufzurichten und dazu nun auch noch einen eigenständigen Regular-Schnitt zu erstellen, der deutlich weicher und runder ist als die Ausgangsschrift. So entstand die Panefresco, die natürlich auch unter der Open Font License lizenziert und heute erschienen ist.

Download, Entstehungsgeschichte und weitere Infos hier.

21. Januar 2011

Besigheim

Nette alte Typo auf der Fassade einer ehemaligen Apotheke in Besigheim.


Mein Taschenkalender 2011

PLAY! Design for Kids

2010 hatte ich einen ganz tollen Taschenkalender. Da Wehr & Weissweiler sich für 2011 aber für ein etwas größeres Format entschieden haben, musste anderweitiger Ersatz her.

Vor ein paar Tagen ist mein neuer Taschenkalender nun hier eingetroffen: Es heißt »Play!« und wurde von Hamburger Agentur EIGA Design initiiert. Wie in den Jahren zuvor hatte sich das Kalender-Team auch diesmal wieder ein besonderes Thema gestellt – nämlich »Design für Kinder« – und um Einreichungen gebeten.

Sehr, sehr gut gefällt mir die verspielte Typografie der Zahlen, die für jede Kalenderwoche anders ist … Da sieht man förmlich, wie viel Spaß die Designer beim Gestalten hatten!

Bestellen kann man den Kalender bei NBVD, wo es auch mehr Bilder zu sehen gibt.


{Fotos: EIGA Design / Flickr}


10. November 2010

In Künzelsau

Interessante Typo auf einer Sandsteinfassade in Künzelsau.

(Wer sich für die genaueren Hintergründe der Beschriftung interessiert oder gar für die Geschichte des Hauses, kann sich hier kundig machen.)


Schilderrecycling

Die Irreler Wasserfälle sind genau genommen gar keine Wasserfälle, sondern Stromschnellen (das nur, um Verwirrung zu vermeiden).

Was ich heute eigentlich zeigen will, ist das Schild, das wir im Urlaub dort entdeckt haben. Da hat nämlich jemand das Thema Umwelt wirklich ernst genommen und gleich mal eines dieser grün-gelben Ortshinweisschilder weiterverarbeitet und liebevoll mit dem folgenden Spruch bepinselt: »Hier als Wanderer sei ein guter Gast, und nicht der Umwelt zur Last.«

Sicherlich war die Wahl der Mittel nichts für die Ewigkeit, denn bald wird auf dem Schild wieder nur noch »Wol[…], Ortsteil Wo[…]« zu lesen sein. Bis es soweit ist, kann man sich aber an einem ungewöhnlich hübschen Zersetzungsprozess erfreuen :-)

PS: Fullmoon@Eifel ist ein schönes Fotoprojekt von Darren Almond, der seine Bilder nachts in Langzeitbelichtung aufnimmt; die Irreler Wasserfälle sind auch vertreten.


Freefont Fengardo

Loïc Sander aus Straßburg hat mit seiner Fengardo einen sehr reich ausgebauten Freefont geschaffen, der neben Kapitälchen, Mediävalziffern und vielen Ligaturen auch einige interessante Alternativbuchstaben enthält. Momentan gibt es nur einen Regular-Schnitt, aber weitere Schriftschnitte sind bereits in Arbeit. Die Fengardo ist unter Creative-Commons 3.0 (no derivative works) lizenziert.

(via)

26. Juli 2010