Wie sieht’s denn hier aus?

»Die Vipern von Montesecco« — Buch zu verschenken, #2

Simon hat mir neulich einen seiner Krimis geschenkt: Bernhard Jaumanns »Die Vipern von Montesecco« (2005). Jaumann ist ein deutscher Autor, der 1957 geboren wurde und ziemlich viel in der Welt herumgekommen ist. Vor einigen Jahren hat man ihm den renommierten Glauserpreis verliehen — zwar für ein anderes seiner Werke, aber auch dieses hier hat haufenweise gute Kritiken bekommen: hier beispielsweise.

Montesecco ist ein sehr kleines italienisches Dorf, in dem nur wenige Leute leben. Nach zwei Todesfällen gerät die Ordnung im Dorf aus ihrem Gleichgewicht; jeder ist verdächtig. Etwas Besonderes an diesem Krimi ist, dass es keine wirkliche Ermittlerfigur gibt. Alle Dorfbewohner versuchen zusammen und gegeneinander, mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln einen Schuldigen zu finden. Dabei folgen sie einer ganz eigenen verschrobenen Logik, wie es sie wohl nur in einer gut abgeschotteten Gemeinschaft und in sehr heißen Sommern geben kann. Das Innenleben dieser Menschen, ihre Gedankengänge und die von ihnen herbeikonstruierten Zusammenhänge sind ganz großartig beschrieben.

Manchmal ist es gut, ein Buch zu lesen, das nicht ganz so spannend ist, so dass man es auch mal weglegen kann, wenn die Arbeit ruft, die Zugfahrt zu Ende ist oder Freunde zu Besuch kommen wollen. »Die Vipern von Montesecco« gehört für mich mit in diese Kategorie. Und trotzdem ist es ein sehr gutes Buch (auch wenn ich anchmal vielleicht ein kleines bisschen eine Identifikationsfigur vermisst habe).

Leider kann ich nicht alle meine Krimis behalten, und diesen hier — obwohl schon ein wenig zerlesen — würde ich gerne weiterschenken. Möchte ihn jemand haben?

Update, 2. November 2008: Inzwischen ist das Buch in guten Händen gelandet und wird sich dann als nächstes via BookCrossing auf eine hoffentlich weite Reise machen :)

19. Oktober 2008

Ein Kommentar

  1. simon wehr sagt:

    Mittelspannende Krimis haben den Vorteil, dass man in der Nacht noch Schlaf findet!


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